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Читать: Лексикология немецкого языка - Светлана Александровна Учурова на бесплатной онлайн библиотеке Э-Лит


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Vorlesung 6. Euphemismus

Das Bestreben, einen Gegenstand oder einen Vorgang der Realität nicht direkt, sondern umschreibend zu bezeichnen, führt zu einer besonderen sprachlichen Erscheinung. Diese sprachliche Erscheinung heißt Euphemismus und bedeutet Umschreibung. Diese umschreibende Bezeichnung ist nicht immer eine verschönernde, doch unbedingt eine mildernde, verhüllende, eine verschleiernde Umschreibung.

Der Anlass für den Gebrauch von Euphemismen kann verschieden sein:

a) Furcht vor natürlichen oder übernatürlichen Wesen in alten Zeiten – Tabuwörter;

b) Zartgefühl in unangenehmen Situationen;

c) Prüderie, Höfflichkeit;

d) Scherz, Ironie.

Es gibt verschiedene Gründe, die das Entstehen von Euphemismen verursachen. Ihrer Herkunft nach zerfallen die Euphemismen der deutschen Sprache in vier Gruppen: religiöse, sozial-moralische, politische und gesellschaftlich-ästhetische Euphemismen.

1. Der Euphemismus ist genetisch mit dem religiösen Tabu verbunden. Das sprachliche Tabu ist nämlich das Verbot, bestimmte Wörter auszusprechen. Das Tabu ist eigentlich eine magisch-religiös begründete Meinung verschiedener Handlungen, die sich auf Lebewesen, Gegenstände, Zustände, Handlungen, Speisen usw. beziehen können. Sie umfassen die Begriffe der Religion und die mit religiösen und abergläubischen Vorstellungen verbundenen Begriffe des Lebens, des Todes, der Krankheiten usw. Man hat sich gescheut, den Namen des Gottes und des Teufels auszusprechen, daher kommen viele Euphemismen. Der Tod, vor dem die Menschen sich sehr fürchten, hat auch viele Euphemismen ins Leben gerufen usw.

2. Die zweite Gruppe von Euphemismen – die sozial-moralischen – wurde durch verschiedene ethische Normen der Gesellschaft, bedingt. Mit der Entwicklung der Klassengesellschaft entwickelten sich auch verschiedene negative sozial-moralische Erscheinungen. Die herrschenden Klassen versuchten oft die negativen Seiten des Lebens zu verheimlichen, zu verschleiern; zu diesem Zweck gebrauchten sie mildernde Umschreibungen. Die umfassen verschiedene Seiten des gesellschaftlichen Lebens und in erster Linie das Gebiet der negativen sozial-moralischen Erscheinungen (das Saufen, das Verbrechen, das Laster, die Prostitution).

3. Zur dritten Gruppe gehören die politischen Euphemismen. Diese werden zu bestimmten politischen Zwecken gebildet und gebraucht. Viele politische Euphemismen sind in der deutschen Sprache zur Zeit des Zweiten Weltkrieges entstanden.

4. Die vierte Gruppe bilden die gesellschaftlich-ästhetischen Euphemismen. Die Gesetze des Anstandes verlangen es, dass das Unangenehme, das Gemeine, daneben auch Erwähnungen verschiedener natürlicher Verrichtungen des Körpers gemieden oder verhüllt werden. Durch Euphemismen werden manchmal verschiedene Schimpfwörter ersetzt.

Der Euphemismus ist eine in der Sprache verbreitete Erscheinung und entsteht auf verschiedene Weise. Es lassen sich mehrere Mittel der Bildung von Euphemismen aufzeichnen.

1. Die metaphorische und die metonymische Übertragung der Namensbezeichnung.

2. Die Entlehnung aus fremden Sprachen und aus Dialekten.

3. Absichtliches Radebrechen schafft auch Euphemismen.

4. Die Litotes, Ellipse einiger Wortverbindungen, Jargonismen, Wortbildung, ironischer Wortgebrauch können auch in einigen Fällen ein Mittel zur Bildung von Euphemismen sein.

Die Bildung der Euphemismen ist ein starker Anreiz für die Wortschöpfung. Das Verlangen, den Begriff zu verschleiern und zu umschreiben, verursacht die Notwendigkeit, neue Wörter und Wortverbindungen zu schaffen. Auf diese Weise kommen verschiedene sinnverwandte Wörter in die deutsche Sprache.

Vorlesung 7. Wortschatzerweiterung durch Übernahme aus anderen Sprachsystemen (Entlehnungen)

Die Wortentlehnung ist eine natürliche Folge der Kontakte zwischen den Völkern und stellt eine wichtige Quelle der Wortschatzerweiterung dar. Das entlehnte Wortgut im lexikalisch-semantischen System des Deutschen ist zahlenmäßig sehr bedeutend. Verschiedene Perioden der deutschen Sprachgeschichte sind bekanntlich mit dem Einfluss verschiedener Sprachen als Widerspiegelung bestimmter geschichtlicher Faktoren verbunden.

Unter dem Begriff Entlehnung versteht man sowohl den Entlehnungsvorgang, d. h. die Übernahme fremden Sprachgutes, als auch das Resultat dieses Prozesses – das entlehnte fremde Sprachgut selbst.

In dem deutschen Wortschatz lassen sich neben zahlreichen Entlehnungen aus dem Keltischen, Lateinischen, Französischen, Italienischen, Englischen, Slawischen auch Lehnwörter aus dem Spanischen, Portugiesischen, aus dem Japanischen, aus den afrikanischen und türkischen Sprachen feststellen.

Deutschland blieb im Laufe der Jahrhunderte ein Land der Kleinststaaten und geriet infolgedessen in verschiedenen historischen Perioden unter den wirtschaftlichen, politischen und kulturellen Einfluss anderer, höher entwickelter Länder. Diese sozial-historischen Ursachen geben Erklärung auch über Arten, Wege und Formen der Entlehnung in verschiedenen Perioden der deutschen Geschichte. Entscheidend für das Schicksal der übernommen Lexik ist immer ein Zusammenwirken konkreter historischer Umstände. In erster Linie sind im lexikalischen System der deutschen Sprache Entlehnungen verwurzelt, die Sach– und Wortentlehnungen waren und Sachverhalte einer höheren Entwicklungsstufe repräsentierten, auf der sich eines der kontaktierenden Völker in wirtschaftlicher und kultureller Hinsicht befand. Entlehnungen kamen in die deutsche Sprache entweder auf mündlichem oder auf schriftlichem Wege. Gewöhnlich werden die Wörter zusammen mit den durch sie bezeichneten Gegenständen und Erscheinungen aufgenommen. Entlehnungen geraten gewöhnlich unmittelbar aus einer Sprache in die andere, manchmal aber kann eine dritte Sprache als Vermittler dienen.

Zu linguistischen Ursachen der Entlehnung der Entlehnung gehören:

a) der jeweilige Entwicklungsstand des semantischen Systems einer entlehnenden Sprache;

b) die Auffüllung thematischer Reihen und lexisch-semantischer Gruppen durch Entlehnungen, expressiver Synonyme aus anderen Sprachen;

c) der Bedarf an euphemistischer Lexik. Das lexikalisch-semantische System des Deutschen verfügt über eine bedeutende Anzahl von ethischen und sittlichen Euphemismen fremden Ursprungs;

d) die Entlehnungen von Fremdwörtern zur terminologischen Verwendung. Es wird nur eine lexisch-semantische Variante des Lexems entlehnt;

e) Entlehnungen können gleich Stammwörtern zur Neutralisierung einer übermäßigen Polysemie beitragen oder zum Schwund entbehrlicher Homonyme.

Das System der entlehnenden Sprache bestimmt ebenfalls eine auf verschiedenen Entwicklungsstufen des deutschen Wortbestandes belegte Regelmäßigkeiten.

1. Bei Einführung der Entlehnungen in ein neues lexikalischsemantisches System wird die semantische Struktur der Fremdwörter nur teilweise entlehnt. Die semantische Struktur oder das Bedeutungsgefüge der Fremdwörter wird reduziert.

2. In einem neuen lexikalisch-semantischen System zeigen Fremdwörter eine Tendenz zur Erweiterung ihrer semantischen Struktur.

3. Die Entwicklung der semantischen Selbstständigkeit einer Entlehnung ist entscheidend für ihre Einbürgerung in ein neues System. Unter der semantischen Selbstständigkeit einer Entlehnung wird die Aufhebung der Dubletten-Beziehung in den synonymischen Paaren Fremdwort – Stammwort verstanden. Die semantische Selbstständigkeit manifestiert die Tatsache, dass das betreffende Fremdwort im lexikalischsemantischen System seinen Platz einnimmt.

4. Alle anderen Abwandlungen und Prozesse, denen Entlehnungen beim Funktionieren in einem neuen lexikalisch-semantischen System unterliegen, sind sekundäre Folge der semantischen Selbständigkeit: formelle Assimilation, wortbildende Produktivität, Geläufigkeit, regelmäßiger Gebrauch.

5. Die Wortschatzbereicherung durch die Entlehnung besteht nicht nur in der quantitativen Erweiterung des Wortbestandes, bei der Wörter entlehnt werden, die neue Gegenstände und Erscheinungen bezeichnen. Die Bereicherung des Wortbestandes offenbart sich auch darin, dass das Lehngut Ausdrucksmöglichkeiten der entlehnenden Sprache durch begriffliche und funktional-stilistische Differenzierungen erweitert, die Fremdwörter in den betreffenden semantischen oder synonymischen Reihen bewirken.

Die Entlehnungen verändern sich im Deutschen, sie assimilieren sich gewöhnlich, d. h. sie passen sich dem System der deutschen Sprache an. Man unterscheidet in diesem Zusammenhang phonetische, orthographische, morphologische (grammatische), semantische Assimilation.

Unter der phonetischen Assimilation versteht man die Anpassung der Entlehnung an die phonetischen Normen der aufnehmenden Sprache. Sie wird durch den Unterschied in der Aussprache einzelner Laute, in der Betonung und auch durch gesetzmäßige phonetische Sprachbesonderheiten bedingt. Die lautliche Assimilation besteht darin, dass die Entlehnungen nach den Regeln der deutschen Orthoepie ausgesprochen werden. Fremde Phoneme werden wie entsprechende deutsche Phoneme gesprochen. Die Entlehnungen haben oft auch eine andere Wortbetonung als in der Herkunft.

Bei der orthographischen Assimilation werden Substantive groß geschrieben, fremde Buchstaben und Buchstabenverbindungen werden durch deutsche ersetzt. Die orthographische Assimilation bedeutet Anpassung im Schriftbild sowie Großschreibung der Substantive.

Bei der morphologischen Assimilation handelt es sich um die Anpassung der Entlehnung an das morphologische System der Sprache. In der deutschen Sprache ist es die Hinzufügung des Artikels, der Mehrzahlsuffixe und Kasusflexionen zu den Substantiven, Verbalsuffixe und Verbalflexionen zu den Verben. So ist für Fremdwörter die Pluralbildung mit Hilfe des Suffixes – s charakteristisch, das in vielen Fällen das einzige Merkmal fremder Herkunft des Wortes ist. Vorhandene Doppelformen zeugen davon, dass die morphologische Assimilation der betreffenden Wörter noch nicht abgeschlossen ist.

Die grammatische Assimilation besteht in der Veränderung der grammatischen Charakteristik des Fremdwortes. So erhalten entlehnte Substantive ein neues grammatisches Geschlecht. Das Geschlecht eines Fremdwortes bestimmen zwei Faktoren: die Wortstruktur und das Geschlecht bedeutungsähnlicher heimischer Wörter.

Die semantische Assimilation des entlehnten Wortgutes besteht in der Einwirkung des deutschen lexisch-semantischen Systems auf das entlehnte Wort. Sie betrifft das semantische Verhältnis zwischen deutschem Stammwort und Fremdwort (es handelt sich dabei um so genannte Wortentlehnungen). Zunächst sei festgestellt, dass nicht alle lexisch-semantischen Varianten eines vieldeutigen fremden Wortes entlehnt werden, sondern nur eine. Der zweite Prozess, der für die semantische Assimilation entscheidend ist, betrifft die Entwicklung der semantischen Selbstständigkeit des Fremdwortes, die in der Aufhebung der Dublettenbeziehung zwischen dem deutschen Wort und dem Fremdwort zum Ausdruck kommt. Da solche in mehreren Sprachen in gleicher oder ähnlicher Form vorkommende Wörter von Sprache zu Sprache verschiedene Bedeutungen haben, ist häufig Anlass zu falschem Gebrauch und zu Übersetzungsfehlern. Deshalb bezeichnet man diese Wörter als falsche Freunde des Übersetzers.

Es sind verschiedene Stufen der Assimilation zu unterscheiden.

1. Vollständige Assimilation des entlehnten Wortes; in diesem Fall passt sich das Wort allmählich dem phonetischen und grammatischen System der deutschen Sprache vollständig an und unterscheidet sich gar nicht vom allgemeinen deutschen Wortschatz.

2. Unvollständige Assimilation:

a) Solche Wörter, in denen nur die Betonung die fremde Herkunft verrät. Was die orthographischen und morphologischen Merkmale anbetrifft, so sind die Wörter in dieser Hinsicht völlig assimiliert.

b) Manche Wörter, die noch einige andere fremdsprachige Kennzeichen bewahren – Suffixe, Präfixe, einzelne orthographische und phonetische Besonderheiten.

c) Es gibt auch Fälle, in denen die fremde orthographische und zum Teil phonetische Gestalt völlig beibehalten ist. Die fremdartige Gestalt des Wortes ist hier noch deutlich ausgeprägt.

3. Unassimilierte Wörter sind solche, die im Deutschen in ihrer unveränderten fremden Gestalt vorkommen.

Nach der Art der Entlehnung unterscheidet man.

1. Sach– und Wortentlehnung; dabei werden fremde Wortkörper übernommen, deren Sachverhalte in der betreffenden Sprache neu oder unbekannt sind. Sach– und Wortentlehnungen sind gleichzeitige Entlehnungen des Sinnes und der Lautgestalt (des Formativs).

2. Wortentlehnungen; dabei werden fremde Wortkörper übernommen, deren Sachverhalte in der entlehnenden Sprache bereits durch eigene Wörter ausgedrückt sind. Es handelt sich hier um die Übernahme von Dubletten.

Nach Entlehnungsform sind zu unterscheiden.

1. Fremdwortübernahme; dabei werden fremde Wortkörper in die entlehnende Sprache übernommen. Der parallele Terminus dazu ist formale Entlehnung.

2. Lehnprägung oder Lehnbildung besteht in der Nachbildung des fremden Inhalts mit heimischen Mitteln. Man unterscheidet hier folgende Unterarten:

a) Lehnübersetzung – Nachbildung der morphematischen Struktur von Fremdwörtern oder fremden Wortgruppen.

b) Lehnübertragung ist eine freie Wiedergabe der Morphemstruktur der entlehnten Wörter.

c) Lehnbedeutung setzt voraus, dass für ein heimisches Wort die Bedeutung eines Fremdwortes übernommen wird.

Vorlesung 8. Wortbildung als Erweiterungsweise des Wortbestandes

Die Wortbildungslehre beschreibt einerseits Gesetzmäßigkeiten und Modelle, nach denen neue Wörter entstehen (der prozessuale Aspekt), andererseits analysiert sie Strukturen der fertigen Wörter (der analytische statische Aspekt). Die Wortlehre untersucht sowohl sprachliche Mittel (Präfixe, Suffixe), mit deren Hilfe neue Wörter entstehen (synchronische Sprachbetrachtung), als auch Bildung neuer Wörter in bestimmten Phasen der sprachlichen Entwicklung (diachronische Sprachbetrachtung).

Für den prozessualen Aspekt ist die Möglichkeit oder Unmöglichkeit der Entstehung neuer Wörter nach bestimmten Modellen (Produktivität) von großer Bedeutung. Bei der Analyse des Wortbestandes der gegenwärtigen Sprache muss man beide Aspekte berücksichtigen. Die Aufgabe der Wortbildungslehre beschränkt sich nicht auf eine Feststellung der Bildungsmodelle, sie untersucht auch semantische Beziehungen innerhalb der Strukturen und zwischen bestimmten Wortbildungsmitteln. Die Grundbegriffe der Wortbildungslehre sind Wortbildungsart, Wortbildungsmittel, Wortbildungsmodell, Wortmotivation, Wortbildungsbedeutung.

Die Wortbildungsart umfasst eine Reihe von Wortbildungsmodellen, nach denen Wörter aufgebaut werden. Unter dem Wortbildungsmodell versteht man eine stabile Struktur, die über eine verallgemeinerte lexikalisch-kategoriale Bedeutung verfügt und geeignet ist, mit verschiedenem lexikalischem Material ausgefüllt zu werden. In der deutschen Sprache sind folgende Wortbildungsarten vorhanden:

1) Wurzelwort;

2) Ableitung (Derivation);

3) Zusammensetzung;

4) Zusammenbildung;

5) Abkürzung.

Die Grundlage für neue Wörter bilden die Wortwurzeln oder Wortstämme. Die Wurzel ist die kleinste semantische und morphologische Einheit, der Hauptträger der Wortbedeutung. Als Wortbildungsmittel dienen verschiedene Affixe (Präfixe, Suffixe) historischer Vokalwechsel (Ablaut, Umlaut, Brechung) und Konsonantenwechsel.

Die Ableitung geschieht in der deutschen Sprache durch:

1) Anhängen von Affixen (Präfigierung und Suffigierung) – explizite Ableitung;

2) suffixlos;

a) Wortartwechsel (Konversion);

b) Veränderung der Wortwurzel durch innere Flexion (Umlaut, Ablaut, Brechung) – implizite Ableitung.

Die Affixe verändern die Bedeutung der Stämme, aber sie werden auch selbst von der Bedeutung der Stämme beeinflusst. Als Resultat dieser gegenseitigen Wirkung entwickelt sich die Vieldeutigkeit der Affixe. Bei affixalen Ableitungen unterscheidet man also präfixale und suffixale Ableitungen.

Präfixale Ableitungen sind Wortbildungskonstruktionen aus Präfix und Stamm. Die Anzahl der Präfixe in der deutschen Gegenwartssprache ist gering, sie spielen aber im Wortbildungssystem eine bedeutende Rolle. Besonders charakteristisch ist diese Wortbildungsart für das Verb. Im Wortbildungssystem der deutschen Gegenwartssprache gibt es zehn deutsche und 21 Präfixe fremder Herkunft.

Bei affixlosen (impliziten) Ableitung handelt es sich um einen Wortartwechsel, d. h. um den Übergang des Wortes aus einer Wortart in eine andere. Die häufigsten Erscheinungsformen des Wortartwechsels sind folgende:

1) Substantivierung (Übergang eines Wortes in die Wortart des Substantivs);

2) Verbalisierung (Übergang eines Wortes in die Wortart des Verbs);

3) Adjektivierung (Übergang eines Wortes in die Wortart des Adjektivs);

4) Adverbialisierung (Übergang eines Wortes in die Wortart des Adverbs).

Besonders charakteristisch für die deutsche Gegenwartssprache ist die Substantivierung. Praktisch kann jedes Wort substantiviert werden. Sehr produktiv ist in der deutschen Gegenwartssprache auch die Verbalisierung. Die Adjektivierung der Substantive ist wenig produktiv. Die vierte Art der affixlosen Ableitungen ist die Adverbialisierung. d.h. der Übergang der Wörter aus verschiedenen Wortarten in die Klasse des Adverbs. Hierher gehören vor allem adverbialisierte Kasusformen (morgens, abends, freitags) sowie der Übergang von adjektivierten Partizipien in die Wortart des Adverbs.

Abschließend seien die Präpositionen erwähnt, die sich aus anderen Wortarten entwickelt haben:

a) aus Substantiven (kraft, laut, trotz, statt, mittels, zwecks);

b) aus Partizipien (während, entsprechend, abgesehen, ausgenommen).

Ein zusammengesetztes Wort ist eine Konstruktion aus zwei oder mehreren Stämmen. Als unmittelbare Konstituenten treten aber immer zwei Stämme auf, die einfach, abgeleitet und zusammengesetzt sein können. Man unterscheidet:

a) determinative Komposita, bei denen das Grundwort durch ein anderes Wort näher bestimmt wird;

b) kopulative Komposita, bei denen die Komponenten logisch gleich geordnet sind;

c) Zusammenrückungen sind syntaktische Wortverbindungen, die im Satz häufig nebeneinander stehen. Sie werden ohne Veränderungen zu einer Einheit gefasst.

Die Untersuchung der formalen Struktur der Komposita lässt drei Arten von zusammengesetzten Wörtern unterscheiden: eigentliche Zusammensetzungen, uneigentliche Zusammensetzungen, Zusammenrückungen.

Eigentliche Zusammensetzungen sind solche, deren Stämme kein Bindeelement haben. In uneigentlichen Zusammensetzungen sind die Stämme durch ein Bindeelement verbunden.

Für zusammengesetzte Substantive sind alle strukturellen und semantisch-syntaktischen Arten der Zusammensetzung charakteristisch. Besonders produktiv sind Bestimmungszusammensetzungen. Als feste Komponente können verschiedene Wortarten auftreten: Substantive, Adjektive, Verbalstämme, Zahlwörter, Pronomina, Adverbien, Präpositionen. Als zweite Komponente erscheint immer ein Substantiv. Es bestimmt das Geschlecht, die Deklination und die Pluralbildung der Zusammensetzung.

Bei Zusammensetzungen mit einem Adjektiv als erster Komponente sind die semantischen Beziehungen zwischen den Komponenten nicht so mannigfaltig.

Kopulative Zusammensetzungen sind beim Substantiv relativ wenig verbreitet. Das sind vorwiegend Personenbezeichnungen, Bezeichnungen für Kleidungsstücke, geographische Namen.

Die syntaktischen Zusammensetzungen bzw. Zusammenrückungen sind beim Substantiv und Imperativnamen. Das sind vorwiegend Personenbezeichnungen, die umgangssprachlich und emotional gefärbt sind:

Zusammengesetzte Adjektive.

Hier sind alle strukturellen und semantisch-syntaktischen Arten der Zusammensetzung vertreten.

Besonders produktiv sind determinative Zusammensetzungen. Die zweite Komponente ist ein Adjektiv bzw. ein adjektiviertes Partizip; die ersten Wortklassen treten nur vereinzelt auf.

Adjektive und Adverbien als erste Komponente bezeichnen oft den Grad oder die Schattierung einer Eigenschaft. Strukturell gesehen sind Zusammenrückungen.

Verbalstämme bilden Zusammensetzungen mit einer beschränkten Zahl von Adjektiven (fähig, fest, kundig, gewandt, sicher): zahlfähig, trinkfest, schreibkundig, lesekundig, treffsicher. Sie werden an das Grundwort unmittelbar oder durch die Fuge – e– angehängt.

Pronomina als erste Komponente bei adjektivischen Bestimmungszusammensetzungen sind sehr selten.

Kopulative Zusammensetzungen sind beim Adjektiv häufiger als beim Substantiv. Sie bilden folgende semantische Gruppen:



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