Die zwei Jungen sahen dem Wagen lange nach (мальчики долго смотрели вслед машине). Dann griffen sie in ihre Zuckertüten (потом они полезли в свои пакетики со сладостями;
»Ein feiner Kerl (хороший парень)«, sagte der Kleinere (сказал младший), »aber von Autos hat er keinen Schimmer (но в машинах он ничего не смыслит;
13. Der Herr ging mit den zwei Jungen in ein Schokoladengeschäft. Sie durften sich etwas aussuchen. — Der Kleinere bekam Marzipanbruch, der Größere Drops mit Fruchtgeschmack.
Und für sich selber kaufte Herr Schulze eine Rolle Lakritzen. Die Verkäuferin rümpfte die Nase.
Dann transportierte Brandes die kleine Gesellschaft in die Lietzenburger Straße zurück. Die beiden Jungen dankten für alles Gebotene, stiegen aus und machten tiefe Verbeugungen.
»Kommen Sie hier öfter vorbei?« fragte der Größere.
»Da würden wir nämlich jeden Tag aufpassen«, sagte der Kleinere.
»Das fehlte noch«, brummte Brandes, der Chauffeur, und gab Gas.
Die zwei Jungen sahen dem Wagen lange nach. Dann griffen sie in ihre Zuckertüten.
»Ein feiner Kerl«, sagte der Kleinere, »aber von Autos hat er keinen Schimmer.«
14. Das Essen hatte geschmeckt (еда понравилась). Isolde, das neue Dienstmädchen, hatte abgeräumt, ohne Frau Kunkel eines Blickes zu würdigen (Изольда, новая служанка, убрала со стола, не удостоив фрау Кункель даже взглядом). Johann, der Diener, brachte Zigarren und gab dem Herrn des Hauses Feuer (камердинер Иоганн принес сигары и дал хозяину дома огня;
Die Hausdame und der Diener wollten gehen (экономка и камердинер хотели удалиться). An der Tür fragte Johann (у двери Иоганн спросил): »Irgendwelche Aufträge, Herr Geheimrat (будут какие-либо распоряжения, господин тайный советник;
»Trinken Sie eine Tasse Kaffee mit uns (выпейте с нами чашечку кофе)! Die Kunkel auch (Кункель тоже). Und stecken Sie sich eine Zigarre ins Gesicht (и возьмите в рот сигару: «и вставьте себе в лицо сигару»)!«
»Sie wissen doch, dass ich nicht rauche (Вы же знаете, что я не курю)«, sagte Frau Kunkel (сказала Кункель).
Hilde lachte (Хильда засмеялась). Johann nahm eine Zigarre (Иоганн взял сигару;
Hilde meinte (Хильда предположила): »Sicher wieder etwas Originelles (опять что-нибудь оригинальное).«
»Entsetzlich (ужасно)«, stöhnte die Hausdame (простонала экономка). (Sie litt an Ahnungen (она страдала предчувствиями;
»Ruhe!« befahl Tobler (приказал Тоблер;
Die anderen nickten (все закивали).
14. Das Essen hatte geschmeckt. Isolde, das neue Dienstmädchen, hatte abgeräumt, ohne Frau Kunkel eines Blickes zu würdigen. Johann, der Diener, brachte Zigarren und gab dem Herrn des Hauses Feuer. Fräulein Hilde, Toblers Tochter, stellte Mokkatassen auf den Tisch.
Die Hausdame und der Diener wollten gehen. An der Tür fragte Johann: »Irgendwelche Aufträge, Herr Geheimrat?«
»Trinken Sie eine Tasse Kaffee mit uns! Die Kunkel auch. Und stecken Sie sich eine Zigarre ins Gesicht!«
»Sie wissen doch, dass ich nicht rauche«, sagte Frau Kunkel.
Hilde lachte. Johann nahm eine Zigarre. Der Geheimrat setzte sich. »Nehmt Platz, Kinder! Ich habe euch etwas mitzuteilen.«
Hilde meinte: »Sicher wieder etwas Originelles.«
»Entsetzlich«, stöhnte die Hausdame. (Sie litt an Ahnungen.)
»Ruhe!« befahl Tobler. »Entsinnt ihr euch, dass ich vor Monaten den Putzblank-Werken schrieb, man solle ein Preisausschreiben machen?«
Die anderen nickten.
15. »Ihr wisst aber nicht, dass ich mich an eben diesem Preisausschreiben, nachdem es veröffentlicht worden war, aktiv beteiligte (однако Вам неизвестно, что после объявления этого конкурса я принял в нем активное участие;
»Ausgeschlossen (исключено;
»Aha«, murmelte Fräulein Hilde Tobler (пробормотала фройляйн Хильда Тоблер).
»Kapieren Sie das nicht (Вы не понимаете)?« fragte Johann (спросил Иоганн).
»Doch (понимаю)«, sagte die Kunkel. »Der Herr Geheimrat verkohlt uns (господин тайный советник разыгрывает нас).«
Jetzt griff Hilde ein (теперь вмешалась Хильда;
»Dann lügt eben die Zeitung (значит, газета врет)«, meinte Frau Kunkel. »Das soll es geben (так бывает).«
Die anderen bekamen bereits Temperatur (у остальных уже поднялась температура = атмосфера накалялась;
15. »Ihr wisst aber nicht, dass ich mich an eben diesem Preisausschreiben, nachdem es veröffentlicht wordenwar, aktiv beteiligte! Und was ich bis heute früh selber noch nicht wusste, ist die erstaunliche Tatsache, dass ich in dem Preisausschreiben meiner eigenen Fabrik den zweiten Preis gewonnen habe!«
»Ausgeschlossen«, sagte die Kunkel. »Den zweiten Preis hat ein gewisser Herr Schulze gewonnen. Noch dazu postlagernd. Ich hab's in der Zeitung gelesen.«
»Aha«, murmelte Fräulein Hilde Tobler.
»Kapieren Sie das nicht?« fragte Johann.
»Doch«, sagte die Kunkel. »Der Herr Geheimrat verkohlt uns.«
Jetzt griff Hilde ein. »Nun hören Sie einmal gut zu! Mein Vater erzählt uns, er habe den Preis gewonnen. Und in der Zeitung steht, der Gewinner heiße Schulze. Was lässt sich daraus schließen?«
»Dann lügt eben die Zeitung«, meinte Frau Kunkel. »Das soll es geben.«
Die anderen bekamen bereits Temperatur.
16. »Es gibt noch eine dritte Möglichkeit (есть и третий вариант;
»Auch das ist möglich (это тоже возможно)«, gab Frau Kunkel zu (признала фрау Кункель;
»Kunkel, man sollte Sie mit dem Luftgewehr erschießen (Кункель, Вас надо застрелить из пневматического ружья;
»Und dann mit Majoran und Äpfeln füllen (и начинить яблоками с майораном;
»Das habe ich nicht verdient (этого я не заслужила)«, sagte die dicke alte Dame mit tränenerstickter Stimme (сказала толстая старая дама сдавленным от слез голосом;
Johann ließ den Mut noch nicht sinken (Иоганн не сдавался;
»Ich denke, dem Herrn Geheimrat (а я думаю, что господину тайному советнику)!«
»Das wussten sie doch aber nicht (но ведь они этого не знали)!« rief Hilde ärgerlich (сердито воскликнула Хильда).
»Schöne Direktoren sind das (хорошие же это директора)«, meinte Frau Kunkel. »So etwas nicht zu wissen (не знать такого)! Ha!« Sie schlug sich aufs Knie (она хлопнула себя по коленке;
16. »Es gibt noch eine dritte Möglichkeit«, sagte Tobler. »Ich könnte mich nämlich unter dem Namen Schulze beteiligt haben.«
»Auch das ist möglich«, gab Frau Kunkel zu. »Da kann man leicht gewinnen! Wenn man der Chef ist!« Sie wurde nachdenklich und schließlich streng. »Dann konnten Ihnen Ihre Direktoren aber den ersten Preis geben.«
»Kunkel, man sollte Sie mit dem Luftgewehr erschießen!« rief Hilde.
»Und dann mit Majoran und Äpfeln füllen«, ergänzte Johann.
»Das habe ich nicht verdient«, sagte die dicke alte Dame mit tränenerstickter Stimme.
Johann ließ den Mut noch nicht sinken. »Die Direktoren gaben doch den Preis einem ihnen vollkommen fremden Menschen!«
»Ich denke, dem Herrn Geheimrat!«
»Das wussten sie doch aber nicht!« rief Hilde ärgerlich.
»Schöne Direktoren sind das«, meinte Frau Kunkel. »So etwas nicht zu wissen! Ha!« Sie schlug sich aufs Knie.
17. »Schluss der Debatte (кончайте дебаты;
»Da haben Sie's (ну вот, извольте)«, sagte die Kunkel zu Johann (сказала Кункель Иоганну). »Den armen Herrn Geheimrat so zu quälen (так издеваться над бедным тайным советником)!«
Johann verschluckte vor Wut eine größere Menge Zigarrenrauch und hustete (Иоганн от злости проглотил большое количество сигарного дыма и закашлялся;
»Worin besteht denn dieser zweite Preis (в чем же заключается этот второй приз)?« fragte Hilde (спросила Хильда).
Johann gab hustend Auskunft (Иоганн, кашляя, дал справку;
»Ich ahne Fürchterliches (я предчувствую ужасное)«, sagte Hilde. »Du willst als Schulze auftreten (ты хочешь выступить в роли Шульце).«
Der Geheimrat rieb sich die Hände (тайный советник потер руки;
»Das kann ins Auge gehen (это может попасть в глаз = плохо кончиться;
»Wann fährst du (когда ты едешь)?« fragte Hilde.
»In fünf Tagen (через пять дней). Morgen beginne ich mit den Einkäufen (завтра займусь покупками;
»Falls sie dich als Landstreicher ins Spritzenhaus sperren, vergiss nicht zu depeschieren (если тебя, как бродягу, запрут в пожарное депо, не забудь телеграфировать;
17. »Schluss der Debatte!« rief der Geheimrat. »Sonst klettre ich auf die Gardinenstange.«
»Da haben Sie's«, sagte die Kunkel zu Johann. »Den armen Herrn Geheimrat so zu quälen!«
Johann verschluckte vor Wut eine größere Menge Zigarrenrauch und hustete. Frau Kunkel lächelte schadenfroh.
»Worin besteht denn dieser zweite Preis?« fragte Hilde.
Johann gab hustend Auskunft. »Zehn Tage Aufenthalt im Grandhotel Bruckbeuren. Hin- und Rückfahrt 2. Klasse.«
»Ich ahne Fürchterliches«, sagte Hilde. »Du willst als Schulze auftreten.«
Der Geheimrat rieb sich die Hände. »Erraten! Ich reise diesmal nicht als der Millionär Tobler, sondern als ein armer Teufel namens Schulze. Endlich einmal etwas anderes. Endlich einmal ohne den üblichen Zinnober«. Er war begeistert. »Ich habe ja fast vergessen, wie die Menschen in Wirklichkeit sind. Ich will das Glashaus demolieren, in dem ich sitze.«
»Das kann ins Auge gehen«, meinte Johann.
»Wann fährst du?« fragte Hilde.
»In fünf Tagen. Morgen beginne ich mit den Einkäufen. Ein paar billige Hemden. Ein paar gelötete Schlipse. Einen Anzug von der Stange. Fertig ist der Lack!«
»Falls sie dich als Landstreicher ins Spritzenhaus sperren, vergiss nicht zu depeschieren«, bat die Tochter.
18. Der Geheimrat schüttelte den Kopf (тайный советник покачал головой). »Keine Bange, mein Kind (не бойся, дитя мое;
Johann saß niedergeschlagen auf seinem Stuhl (Иоганн сидел на своем стуле с мрачным видом;
»Morgen lassen wir Ihnen bei meinem Schneider mehrere Anzüge anmessen (завтра закажем моему портному несколько костюмов для Вас;
»Wozu (зачем)?« fragte Johann. »Ich habe noch nie etwas anderes sein wollen als Ihr Diener (я всегда хотел быть только вашим камердинером, и никем иным).«
Der Geheimrat erhob sich (тайный советник поднялся;
»Aber nein«, erwiderte Johann (возразил Иоганн). »Wenn Sie es wünschen, reise ich als Großherzog (если Вам так угодно, то поеду великим герцогом).«